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Gewöhnlicher Natternkopf (Echium vulgare)
Als echter Pionier unter den Pflanzen mag es der Gewöhnliche Natternkopf warm, eher trocken und nährstoffarm. Seine langen, röhrenförmigen und leuchtend blauen Blüten prägen im Sommer die Industrienatur-Landschaft. Besonders Hummeln und andere Wildbienen profitieren von seinem reichen Nektarangebot.
Inhalt dieser Seite
Systematik
⇒ Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
⇒ Ordnung: Borretschartige (Boraginales)
⇒ Familie: Raublattgewächse (Boraginaceae)
Infos über die Art
⇒ Zweijährige Pflanze: im ersten Jahr Bildung einer Blattrosette, erst im zweiten Jahr blühend
⇒ Wuchshöhe meist 25–90 cm
⇒ Blütezeit von Mai bis September/Oktober
⇒ Blüten anfangs rosa, später intensiv blau; gelegentlich weißblühende Exemplare
⇒ Rote Liste NRW: * (ungefährdet)
⇒ Artporträt bei NABU|naturgucker (Bilder/Videos und Beobachtungsdaten)






Wissenswertes
Der Name „Natternkopf“ bezieht sich auf die Form der Blüten, die mit etwas Fantasie an einen aufgerichteten Schlangenkopf erinnern. Auch die Borstenhaare, die die gesamte Pflanze bedecken, tragen zu diesem wehrhaften Erscheinungsbild bei. Trotz seines rauen Aussehens ist der Gewöhnliche Natternkopf eine der wichtigsten Nektarpflanzen an den Industrienatur-Standorten des Ruhrgebiets.
Im Sommer sorgt der Gewöhnliche Natternkopf mit seinen vielen Blüten für kräftige Farbtupfer und regen Flugverkehr. Er versorgt zahlreiche Wildbienenarten, Schmetterlinge und weitere Insekten mit Nektar und Pollen. Einige Arten ernähren sich außerdem von seinen Blättern.

Lebensraum
Der Gewöhnliche Natternkopf ist eine typische Pionierpflanze, die offene, warme und trockene Flächen bevorzugt. Im Ruhrgebiet findet man ihn auf Halden, Bahndämmen, Brachflächen und sogar an manchen Straßenrändern. Solche Standorte bieten ihm genau die Bedingungen, die er benötigt: viel Sonne, wenig Konkurrenz und einen lockeren Boden. Seine tiefreichende Pfahlwurzel hilft ihm, selbst längere Trockenphasen zu überdauern.
Damit steht der Gewöhnliche Natternkopf stellvertretend für viele Pflanzenarten, die die Industrienatur prägen – robust, genügsam und dennoch von großer Bedeutung für die biologische Vielfalt.


Artennetzwerk – einige Beispiele
Der Gewöhnliche Natternkopf dient vielen Insektenarten als Nektar- und Pollenquelle. Ein Großteil dieser Tiere zählt zwar zu den Generalisten und ist nicht auf diese Pflanzenart spezialisiert. Es gibt jedoch auch Arten, die für ihre Ernährung und Fortpflanzung ausschließlich auf den Gewöhnlichen Natternkopf angewiesen sind, darunter vor allem Insekten und winzige Spinnentiere. Darüber hinaus kommen einige Pilzarten vor, die als Parasiten auf dem Gewöhnlichen Natternkopf leben.
Mit folgende Arten ist der Gewöhnliche Natternkopf vernetzt:
Spezialisierte Käfer
⇒ Brauner Natternkopf-Erdfloh (Longitarsus exsoletus)
⇒ Landkarten-Raublattrüssler (Mogulones geographicus)
⇒ Dichtpunktierter Walzenhalsbock (Opsilia coerulescens)
Spezialisierte Schmetterlinge
⇒ Natternkopf-Grasminiermotte (Ethmia bipunctella)
⇒ Sechspunkt-Breitflügelfalter (Ethmia terminella)
⇒ Tinagma balteolella
Weitere spezialisierte Insekten
⇒ Natternkopf-Netzwanze (Dictyla echii)
⇒ Glänzende Natternkopf-Mauerbiene (Hoplitis adunca)
Weitere Insekten (Generalisten)
⇒ Möndcheneule (Calophasia lunula)
⇒ Hainschwebfliege (Episyrphus balteatus)
Spezialisierte Spinnentiere
⇒ Natternkopf-Gallmilbe (Aceria echii)
Spezialisierte Pilze
⇒ Golovinomyces asperifolii











