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Natternkopf-Grasminiermotte (Ethmia bipunctella)
Er zählt zu den schönsten und bekanntesten mitteleuropäischen Schmetterlingen. Mit seinem leuchtend gelb-schwarzen Muster und den eleganten „Schwänzchen“ an den Hinterflügeln ist der Schwalbenschwanz ein echter Blickfang. Auf sonnigen Industriebrachen oder an Haldenhängen kann man ihn im Ruhrgebiet beobachten, wenn er über blühende Wiesen und Brachflächen schwebt.
Inhalt dieser Seite
Systematik
⇒ Klasse: Insekten (Insecta)
⇒ Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
⇒ Familie: Ethmiidae
Infos über die Art
⇒ Spannweite etwa 19–28 mm
⇒ Vorderflügel schwarz bis grau und weiß mit charakteristischen schwarzen Punkten
⇒ Hinterflügel hellgrau mit fransigem Saum
⇒ Flugzeit jährlich in zwei Generationen von Ende April bis Anfang oder Mitte Juli und von August bis September
⇒ Raupen von Juni bis September
⇒ Überwinterung als Puppe
⇒ Rote Liste NRW: ?
⇒ Artporträt bei NABU|naturgucker (Bilder/Videos und Beobachtungsdaten)


Wissenswertes
Im Vergleich zu vielen anderen Kleinschmetterlingen ist die Natternkopf-Grasminiermotte aufgrund ihrer kontrastreichen Färbung trotz ihrer geringen Größe relativ auffällig. Als nachtaktive Art ruht sie tagsüber zumeist auf Stängeln oder Blättern von Pflanzen. Dabei liegen die Flügel dicht am Körper an und wirken wie eingerollt. Nachts fliegen diese Schmetterlinge auf der Suche nach Nektar verschiedene Pflanzenarten an.
Ihre Eier legen die Weibchen an den Blättern von Raublattgewächsen (Boraginaceae) ab. Vor allem im Ruhrgebiet sind die Eier und später die Raupen auf dem Gewöhnlichen Natternkopf (Echium vulgare) meist in einem zarten Gespinst zu finden.
Typisch für die Raupen ist ihr schlanker Körperbau. Sie erreichen eine Länge von bis zu 20 mm. Mit ihrem Muster aus schwarzen, weißen und gelblich-orangen Bereichen wirken sie recht bunt. Der Kopf ist glänzend schwarz, auf der Stirn befindet sich ein weißer Fleck, der an ein Dreieck erinnert. Ihr Körper ist mit einigen langen, dünnen Haaren bedeckt. Zur Verpuppung begeben sich die Raupen häufig in die abgestorbenen Stängel ihrer Nahrungspflanzen.
An den Industrienatur-Standorten lässt sich diese Art besonders leicht im Raupenstadium beobachten. Um sie zu entdecken, reicht es oft aus, zur passenden Jahreszeit die Exemplare des Gewöhnlichen Natternkopfes aufmerksam abzusuchen. Erwachsene Individuen, also Schmetterlinge, lassen sich vor allem tagsüber nur mit etwas Glück finden, wenn sie in der Vegetation ruhen. Bessere Chancen bieten sich manchmal in der Nähe künstlicher Lichtquellen, die die Falter nachts anziehen.
Ein weiterer Name dieser Schmetterlingsart ist Ochsenzungen-Grasminiermotte.



Lebensraum
Vorzugsweise besiedelt die Natternkopf-Grasminiermotte trockene, warme und nährstoffarme Standorte. Dazu zählen Magerrasen, Böschungen, Ruderalflächen und andere offene Landschaften mit lückiger Vegetation. Entscheidend ist das Vorkommen des Natternkopfs (Echium sp.) oder anderer geeigneter Nahrungspflanzen der Raupen.
Im Ruhrgebiet kommt die Art vor allem an Industrienatur-Standorten vor, darunter Halden und Industriebrachen. Sie lebt dort, wo sich der Gewöhnliche Natternkopf als Pionierpflanze in offenen Bereichen etabliert hat.

