V-Fleck-Springspinne (Aelurillus v-insignitus), Halde Haniel, 30.04.2023

Spinnentiere

Die Klasse der Spinnentiere, wissenschaftlich Arachnida, gehört wie die Insekten zu den Gliederfüßern (Arthropoda). Ihr Körper gliedert sich in Vorderleib (Prosoma) und Hinterleib (Opisthosoma). Typisch für Spinnentiere sind acht Beine, wodurch sie sich von Insekten mit sechs Beinen unterscheiden.

Neben den Webspinnen (Araneae) zählen einige weitere Gruppen zu den Spinnentieren, darunter die Weberknechte (Opiliones), die Pseudoskorpione (Pseudoscorpiones) und die Milben (Acari). Viele Spinnentiere sind Räuber. Sie ernähren sich überwiegend von anderen kleinen Gliederfüßern und Insekten. Unter den Milben gibt es sowohl räuberisch lebende Arten als auch solche, die sich von pflanzlicher Kost ernähren.

Letzteres gilt insbesondere für Gallmilben. Sie sind so klein, dass sie mit bloßem Auge kaum zu erkennen sind. Viele Arten leben auf Pflanzen und ernähren sich von deren Zellsaft. Durch ihre Saugtätigkeit und die Abgabe spezieller Stoffe regen sie das Pflanzengewebe dazu an, sich zu verformen. So entstehen gallenartige Wucherungen, in denen die Gallmilben leben. Oft lässt sich anhand der Nahrungspflanze und der Form der Pflanzengallen die sie erzeugende Gallmilbenart erkennen.

In den von ihnen bewohnten Ökosystemen spielen Spinnentiere eine wichtige Rolle. Insbesondere die Webspinnen regulieren die Bestände anderer Tiergruppen und tragen so zur Stabilität der Lebensgemeinschaften bei.

Zur Fortpflanzung legen Spinnentiere Eier. Während Gallmilben ihre Eier zumeist auf Pflanzen ablegen und sich selbst überlassen, bauen weibliche Webspinnen schützende Kokons, in die sie ihre Eier legen. Bei manchen Webspinnenarten bewachen die Weibchen die Kokons oder tragen sie sogar auf ihrem Körper mit sich herum.

Aus den Eiern schlüpfen bereits fertig geformte Jungtiere, die den erwachsenen Tieren stark ähneln. Während sie weiter heranwachsen, durchlaufen Spinnen mehrere Häutungen.

Weltweit wurden bislang mehr als 110 000 Arten von Spinnentieren entdeckt, in Deutschland leben circa 1 000 Spinnenarten. Hinzu kommen hierzulande etliche weitere Vertreter der Spinnentiere, darunter hauptsächlich Milben. Spinnentiere sind in fast allen Lebensräumen der Erde verbreitet, von Wüsten und Wäldern bis hin zum Siedlungsraum.

Im Ruhrgebiet kommen auf Industriebrachen, Halden und in der Umgebung von Bergsenkungsgewässern viele Spinnentiere vor. Darunter sind etliche wärmeliebende Arten, die in Deutschland vorwiegend in der Nähe von Menschen und ihren Gebäuden anzutreffen sind. Alte Mauern auf Industriebrachen mit ihren vielen Ritzen bieten diesen Tieren zahllose Versteckmöglichkeiten. Stahlteile heizen sich in der Sonne auf und stellen so perfekte, sehr warme Kleinlebensräume dar.

Trockenheitsliebende Arten finden auf vielen Halden perfekte Bedingungen vor. Das gilt zum Beispiel für Springspinnen, die keine Netze bauen, sondern sich an ihre Beute anpirschen, ihr auflauern oder sie mit einem Sprung überwältigen. Auf offenen Haldenflächen können sie ihre typische Jagdmethode ideal einsetzen.

Artporträts

Bisher wird hier erst eine Spinnentierart beschrieben, es sind jedoch weitere Vorstellungen in Arbeit.