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Standorte der Industrienatur
Im Ruhrgebiet hängt vieles mit der industriellen Vergangenheit der Region zusammen – das gilt auch für die Natur. An vielen Orten, die besonders stark durch die Montanindustrie geprägt wurden, findet sich heute die Industrienatur.
Ein wichtiger Standorttyp dieser speziellen Stadtnatur sind Industriebrachen. Dabei handelt es sich um ehemalige Werksgelände wie stillgelegte Zechen oder Hüttenwerke. Nachdem die industrielle Nutzung endete, eroberte die Natur viele dieser Flächen – ganz oder teilweise – zurück. Besonders beeindruckend ist der Kontrast zwischen Menschengemachtem und Natürlichem dort, wo sich Tiere, Pflanzen und Pilze zwischen den Relikten der Industrie angesiedelt haben.

Die weithin sichtbaren Halden in der Metropolregion an der Ruhr sind ein weiterer prägender Standorttyp der Industrienatur. Diese künstlichen Berge, von denen viele größtenteils aus dem Abraum der Steinkohleförderung bestehen, bieten heute zahlreichen Organismen einen Lebensraum.
Der oft steinige Untergrund und die exponierte Lage begünstigen die Entstehung charakteristischer Pflanzengesellschaften, mit denen viele spezialisierte Tier- und Pilzarten in enger Beziehung stehen.
Um sie schneller in grüne Oasen zu verwandeln, die für die Naherholung und Freizeitnutzung zur Verfügung stehen, sind einige Halden gezielt begrünt worden.

In einem weiteren Sinne zählen zudem die Bergsenkungsgewässer zu den Standorten der Industrienatur des Ruhrgebiets. Durch den Steinkohleabbau kam es mancherorts zu Absenkungen des Geländes. Sofern davon kein dicht bebauter Bereich betroffen war und die neuen Senken in der „Wildnis” lagen, ließ man der Natur ihren Lauf.
So bildeten sich neue Seen und Feuchtgebiete, in denen sich mit der Zeit vielfältige Wasserlebensgemeinschaften entwickeln konnten. Sie stellen gewissermaßen den Gegenpol zu den oft trockenen Halden und Industriebrachen dar. Diese neuen Gewässer tragen maßgeblich zur Artenvielfalt des Ruhrgebiets bei, da sie zahlreichen Spezies einen passenden Lebensraum bieten.
