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Dichtpunktierter Walzenhalsbock (Opsilia coerulescens)
Auf den ersten Blick wirkt er eher unscheinbar. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich jedoch ein elegant gebauter Käfer mit metallisch schimmernder Färbung und auffallend langen Fühlern. Vor allem an warmen, sonnigen Tagen lässt sich der Dichtpunktierte Walzenhalsbock auf Blüten oder an krautigen Pflanzen beobachten. In der Industrienatur des Ruhrgebiets zählt er zu den typischen Vertretern offener, strukturreicher Standorte.
Inhalt dieser Seite
Systematik
⇒ Klasse: Insekten (Insecta)
⇒ Ordnung: Käfer (Coleoptera)
⇒ Familie: Bockkäfer (Cerambycidae)
⇒ Synonym: Phytoecia coerulescens
Infos über die Art
⇒ Körperlänge 8–14 mm
⇒ Schlanker Körperbau mit walzenförmigem Halsschild
⇒ Graugrün bis blaugrün, gelegentlich fast schwarz
⇒ Kopf, Halsschild und Deckflügel dicht und fein punktiert
⇒ Lange, fadenförmige Fühler
⇒ Erwachsene Käfer von Mai bis Juli
⇒ Rote Liste Deutschland: * (ungefährdet)
⇒ Artporträt bei NABU|naturgucker (Bilder/Videos und Beobachtungsdaten)

Wissenswertes
An seiner schlanken Gestalt und dem gleichmäßig punktierten Körper ist der Dichtpunktierte Walzenhalsbock zu erkennen. Seinen Namen verdankt er der dichten Punktierung seiner Deckflügel und dem walzenförmig wirkenden Halsschild. Eigentlich sind diese Käfer schwarz. Da sie jedoch dicht mit feinen Härchen bedeckt sind, entsteht ein grauer bis grünlicher, manchmal leicht bläulicher Farbeindruck. Bei starker Abnutzung der Behaarung wird die schwarze Grundfärbung sichtbar.



Die erwachsenen Käfer halten sich häufig an Blüten auf, wo sie Nektar und Pollen aufnehmen. Dort lassen sie sich bei warmem Wetter vergleichsweise gut beobachten. Bei Störungen fliegen sie rasch auf oder lassen sich fallen, um zwischen der Vegetation zu verschwinden.
Ihre Larven entwickeln sich im Inneren krautiger Pflanzenstängel, darunter Natternkopf (Echium), Ochsenzunge (Anchusa) und Hundszunge (Cynoglossum). In Mitteleuropa nutzen sie vor allem die Stängel des Gewöhnlichen Natternkopfs (Echium vulgare). Sie fressen das Mark und bleiben dabei für unsere Blicke verborgen. Diese Lebensweise macht die Art unauffällig und zugleich wenig störanfällig, solange geeignete Pflanzenbestände vorhanden sind.



Lebensraum
Als wärme- und trockenheitsliebende (xerothermophil) Art bevorzugt der Dichtpunktierte Walzenhalsbock offene, sonnige und trockene Lebensräume mit reichlich krautiger Vegetation. Dazu zählen Magerrasen, Ruderalflächen, Böschungen, Waldränder sowie Brachen. Im Ruhrgebiet ist die Art häufig auf Industriebrachen und Halden zu finden. Sie halten sich überwiegend in offenen Bereichen mit Pioniervegetation oder auf Hochstaudenfluren auf.
