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Nysius huttoni
Klein und unscheinbar sind diese Wanzen, und niemand hat ihnen bisher einen einfachen Namen gegeben. Durch uns Menschen ist Nysius huttoni nach Europa gelangt. Im Ruhrgebiet hat sich die Art sehr schnell weit verbreitet, ohne dass es vielen Menschen aufgefallen ist. An vielen Industrienatur-Standorten flitzt sie in großer Zahl über den Boden, ohne dass sie besonders auffällt.
Inhalt dieser Seite
Systematik
⇒ Klasse: Insekten (Insecta)
⇒ Ordnung: Schnabelkerfe (Hemiptera)
⇒ Unterordnung: Wanzen (Heteroptera)
⇒ Familie: Bodenwanzen oder Langwanzen (Lygaeidae)
Infos über die Art
⇒ 3,5–4,3 mm, Weibchen etwas länger und breiter als Männchen
⇒ Hell graubraun bis dunkelgrau
⇒ Flügelmembran transparent
⇒ Trägt kleine, aufrecht stehende Härchen
⇒ Saugt den Saft verschiedener Pflanzen
⇒ Erwachsene Individuen (Imagines) von März bis Oktober, Nymphen ab Juni
⇒ Rote Liste NRW: die Art wird derzeit nicht auf der Roten Liste geführt
⇒ Artporträt bei NABU|naturgucker (Bilder/Videos und Beobachtungsdaten)
Wissenswertes
Meist halten sich diese Wanzen am Boden auf. Sie bevorzugen offene Bereiche mit sehr niedriger Vegetation. Gelegentlich klettern sie auch an etwas höheren Pflanzen empor. Sie zu entdecken, ist wegen ihrer geringen Größe allerdings oft schwierig.
Ursprünglich kam Nysius huttoni nur in Neuseeland vor. Durch den Einfluss des Menschen gelangte sie nach Europa und in die USA. Wie genau sie nach Europa gereist ist, ist nicht sicher belegt. Am wahrscheinlichsten ist, dass diese Wanzen mit Pflanzenlieferungen oder anderen Waren unseren Kontinent erreichte. Ihr Erstnachweis in den Niederlanden stammt aus dem Jahr 2002, in Deutschland wurde die erstmals 2017 in Nordrhein-Westfalen nahe der niederländischen Grenze gesichtet. Von dort aus breiteten sich diese Insekten schnell weiter aus. Meine erste Beobachtung von Nysius huttoni im Ruhrgebiet war am 31.08.2018 im Gleispark Frintrop in Essen, siehe Belegbild. Inzwischen sind diese kleinen Wanzen in der Metropolregion weit verbreitet.

In Neuseeland gilt Nysius huttoni als Schädling in der Landwirtschaft, da diese Wanzen an verschiedenen Nutzpflanzen, darunter Weizen, saugen. Bisher hat man dies in Europa noch nicht beobachtet. Auf unserem Kontinent ernähren sich diese kleinen Wanzen von den Säften halbreifer und reifer Samen verschiedener krautiger Pflanzen, darunter das Schmalblättrige Greiskraut (Senecio inaequidens).
Wie sich diese unscheinbare Insektenart in Europa fortpflanzt, ist bisher kaum bekannt. Es wird jedoch angenommen, dass zwei Generationen pro Jahr auftreten. Die erwachsenen Individuen überwintern. Dazu ziehen sie sich in frostsichere Verstecke zurück.






Lebensraum
Diese Wanzen mögen es warm und benötigen offene Landschaften. Auf Pionierflächen mit sandigen Böden sowie auf Bergematerial scheinen sie sich besonders wohlzufühlen. Außerdem mögen sie Bereiche mit Kies. Außerhalb der Standorte der Industrienatur habe ich die Art im Ruhrgebiet unter anderem bereits auf Parkplätzen und trockenen Gehwegen beobachtet.


