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Schmalblättriges Greiskraut (Senecio inaequidens)
Mit seinen leuchtend gelben Blüten und den schmalen, fast grasartigen Blättern fällt das Schmalblättrige Greiskraut vor allem im Spätsommer und Herbst auf. Die ursprünglich aus Südafrika stammende Pflanze hat sich im Ruhrgebiet zu einem festen Bestandteil vieler Standorte der Industrienatur entwickelt. Besonders auf offenen, trockenen Flächen bildet sie oft auffällige Bestände und prägt so das Landschaftsbild.
Inhalt dieser Seite
Systematik
⇒ Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
⇒ Ordnung: Asternartige (Asterales)
⇒ Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Infos über die Art
⇒ Mehrjährige krautige Pflanze
⇒ Wuchshöhe meist 30–80 cm, vereinzelt auch höher
⇒ Schmale, längliche, meist ganzrandige Blätter
⇒ Lange Blütezeit, häufig von Juli bis in den Spätherbst
⇒ Gelbe körbchenförmige Blüten mit Zungen- und Röhrenblüten
⇒ Vermehrung über zahlreiche flugfähige Samen
⇒ Beobachtung von Spätwinter bis Spätherbst möglich
⇒ Rote Liste NRW: nicht bewertet
⇒ Artporträt bei NABU|naturgucker (Bilder/Videos und Beobachtungsdaten)






Wissenswertes
Diese Pflanze ist ein hervorragendes Beispiel für eine eingewanderte Art (Neophyt), die sich weit entfernt von ihrer ursprünglichen Heimat sehr erfolgreich ausgebreitet hat. Windströme können ihre feinen Samen über große Entfernungen tragen, sodass sie neue, offene Bodenflächen schnell und leicht besiedeln kann.
Wie viele verwandte Arten enthält auch das Schmalblättrige Greiskraut giftige Inhaltsstoffe, sogenannte Pyrrolizidinalkaloide. In der Landwirtschaft ist die Pflanze daher eher unbeliebt, da sie für Weidetiere gefährlich sein kann. An den Standorten der Industrienatur des Ruhrgebiets spielt dies jedoch kaum eine Rolle. Dort zeigt sich vielmehr der Nutzen der Pflanze: Sie dient Wildbienen, Käfern und Fliegen als wichtige Nahrungsquelle, wenn die meisten anderen Pflanzen ihre Blühperiode bereits beendet haben.

Lebensraum
Ursprünglich stammt das Schmalblättrige Greiskraut aus dem südlichen Afrika. Dort wächst es hauptsächlich in offenen, sonnigen Landschaften, die zeitweise trocken sind. Es besiedelt steinige Ebenen, trockene Grasländer, lichte Buschlandschaften, Wegränder und andere gestörte Flächen. Typisch für diese Pflanzenart ist also, dass sie in Bereichen wächst, in denen es wenig Konkurrenz durch andere Arten gibt.
Im Ruhrgebiet findet sie die bevorzugten sonnigen, trockenen und nährstoffarmen Standorte zum Beispiel an Bahndämmen, Gleisanlagen, auf Industriebrachen, Halden und an Wegrändern. Ihre Fähigkeit, an sehr warmen und wasserarmen Standorten zu wachsen, macht sie zu einem charakteristischen Bestandteil der Industrienatur, in der sie sich dauerhaft etablieren konnte.
Trotz ihrer Vorliebe für trockene Umgebungsbedingungen übersteht sie auf Halden gelegentliche Überflutungen, wie sie nach stärkeren Regenfällen entstehen, wenn sich dort flache, temporäre Gewässer bilden.



Artennetzwerk – einige Beispiele
Wegen ihres Nektars ist diese Pflanze für zahlreiche Insekten eine unverzichtbare Nahrungsquelle. Es gibt sogar spezialisierte Lebewesen, die sich von den Blättern oder anderen Pflanzenteilen ernähren, ohne dass ihnen die pflanzlichen Gifte des Schmalblättrigen Greiskauts etwas anhaben können. Selbst eine bestimmte Pilzart kommt als Schmarotzer an ihr vor.
Mit folgende Arten ist das Schmalblättrige Greiskraut vernetzt.
Spezialisierte Insekten
⇒ Aphis jacobaeae (eine Blattlausart)
⇒ Botanophila seneciella (eine Blumenfliegenart)
⇒ Gebänderte Kreuzkraut-Bohrfliege (Sphenella marginata)
⇒ Hellrandiger Langfuß-Erdfloh (Longitarsus dorsalis)
⇒ Greiskraut-Bodenwanze (Nysius senecionis)
⇒ Nysius huttoni (eine Wanzenart)
⇒ Zimtbär (Phragmatobia fuliginosa)
Nicht spezialisierte Insekten
⇒ Schmetterlinge, Fliegen inklusive Schwebfliegen, Wildbienen etc. nutzen den Nektar
Pilze
⇒ Kiefernnadel-Greiskraut-Rost (Coleosporium senecionis)








