Im Landschaftspark Duisburg-Nord, 16.10.2022

Industriebrachen

Neben den weithin sichtbaren Halden gibt es im Ruhrgebiet zahlreiche weitere Zeugnisse der früheren Montan- und Stahlindustrie: ehemalige Industrieareale, auf denen schon seit längerer Zeit keine Produktion mehr stattfindet. Die meisten dieser großen ehemaligen Werksgelände von Zechen, Hüttenwerken etc. befinden sich im Siedlungsraum und sind von Wohnvierteln umgeben. Einige dieser Industriebrachen spielen heute eine große Rolle als Standorte der Industriekultur; manche von ihnen wurden in Museen umgewandelt. Während auf einigen noch Hochöfen, Fördergerüste, Gebäude, Bahngleise und weitere vom Menschen geschaffene Strukturen zu besichtigen sind, sind auf anderen keine Gebäude mehr erhalten.

Außerdem hat die Natur auf den Industriebrachen im großen Stil Einzug gehalten. Gründe dafür sind die hohe Strukturvielfalt sowie das breite Spektrum an Sonderstandorten und Kleinlebensräumen. Insbesondere die großen ehemaligen Werksgelände mit ihren zahlreichen verschiedenen Habitaten und unterschiedlichen Stadien der Verbuschung beherbergen eine enorme Bandbreite an Organismen, darunter Spezialisten und Generalisten. Die hohe Strukturvielfalt der Industriebrachen bedingt demnach ihre beeindruckende Artenvielfalt.

Viele Tiere, Pflanzen und Pilze haben erstaunliche Nischen erobert, die typisch für diese Sonderstandorte sind. An Gebäuden und Mauern wachsen beispielsweise Moose, Farne und Flechten. Vögel nutzen sie als „Ersatzgebirge“ mit passenden Nischen für die Jungenaufzucht. Auf den vom Menschen stark veränderten und dadurch kargen Böden gedeihen hochspezialisierte Pflanzen. Auch auf Industriebrachen ohne Gebäude ist die Artenvielfalt bemerkenswert groß.

Da viele Industriebrachen im Ruhrgebiet für den Tourismus oder die Naherholung erschlossen sind, finden dort von Zeit zu Zeit Pflegemaßnahmen statt. Dazu gehört, offene Landschaftsbereiche von höheren Pflanzen zu befreien, um der natürlichen Verbuschung entgegenzuwirken. Davon profitieren viele Tier-, Pflanzen- und Pilzarten, was sich in mehreren Untersuchungen der Flora und Fauna der Industriebrachen bereits eindrucksvoll gezeigt hat.

Industriebrachen im Porträt

Bisher werden hier nur zwei Industriebrachen beschrieben. Weitere Vorstellungen sind momentan in Arbeit.

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