Schwalbenschwanz (Papilio machaon), Mottbruchhalde, 29.05.2023

Schwalbenschwanz (Papilio machaon)

Er zählt zu den schönsten und bekanntesten mitteleuropäischen Schmetterlingen. Mit seinem leuchtend gelb-schwarzen Muster und den eleganten „Schwänzchen“ an den Hinterflügeln ist der Schwalbenschwanz ein echter Blickfang. Auf sonnigen Industriebrachen oder an Haldenhängen kann man ihn im Ruhrgebiet beobachten, wenn er über blühende Wiesen und Brachflächen schwebt.

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Systematik

⇒ Klasse: Insekten (Insecta)
⇒ Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
⇒ Familie: Ritterfalter (Papilionidae)

Infos über die Art

⇒ Spannweite 65–86 mm
⇒ Flügel gelb mit schwarzen Adern und blauen und roten Flecken auf den Hinterflügeln
⇒ Ältere Raupen grün mit schwarzen Ringen und orangefarbenen Punkten
⇒ Raupen besitzen eine auffällige, orangefarbene Nackengabel (Osmaterium), die bei Gefahr einen Geruchsstoff absondert
⇒ Flugzeit 1. Generation von April/Mai bis Juni, 2. Generation von Juli bis August, gelegentlich eine dritte im September
⇒ Auftreten der Raupen von Mai bis Oktober
⇒ Zwei Generationen pro Jahr, manchmal sogar drei
⇒ Überwinterung als Puppe
⇒ Rote Liste NRW: 3 (gefährdet)
⇒ Artporträt bei NABU|naturgucker (Bilder/Videos und Beobachtungsdaten)

Wissenswertes

Der Schwalbenschwanz bevorzugt offene, sonnige Landschaften mit einem reichen Angebot an Doldenblütlern (Apiaceae), auf deren Blättern seine Raupen leben. Besonders beliebt ist zum Beispiel die Wilde Möhre (Daucus carota). Mit ihrer auffälligen bunt Färbung setzen die Raupen auf Abschreckung ihrer Fressfeinde statt auf Tarnung.

Im Gegensatz zu vielen anderen Schmetterlingen sind Schwalbenschwänze ausdauernde Flieger. Sie können mehrere Kilometer weit wandern und tauchen dadurch auch an neuen oder in vorübergehenden Lebensräumen auf, wie sie in der Industrienatur häufig entstehen. Typisch ist ihr „Gaukelflug“, bei dem sie in weiten Bögen über offene Flächen schweben.

Lebensraum

Im Ruhrgebiet findet der Schwalbenschwanz auf Halden, entlang ehemaliger Bahntrassen und auf nährstoffarmen Brachen geeignete Bedingungen. Dort wachsen seine bevorzugten Raupennahrungspflanzen, und die offenen, warmen Flächen bieten ideale Voraussetzungen für die Entwicklung der Falter.

Auf manchen Halden kann man im Hochsommer beobachten, wie die Männchen auf den Gipfeln patrouillieren – ein typisches Verhalten, das als Gipfelbalz oder englisch „hilltopping“ bezeichnet wird. Oft versammeln sich mehrere Menschen an markanten Erhebungen und fliegen entlang der Hänge auf und ab. So werden sie von den Weibchen gesehen, die ebenfalls die Hügelkuppen aufsuchen. Diese besondere Balz zu beobachten, gehört zu den beeindruckendsten Erlebnissen, die die Industrienatur zu bieten hat.

Bedrohungen

In Deutschland leidet der Schwalbenschwanz unter dem Rückgang blütenreicher Wiesen, der intensiven Landwirtschaft und der Verbuschung offener Flächen. Auch das häufige Mähen vor dem Verpuppen der Raupen wirkt sich negativ auf seine Bestände aus.

Videos

Schwalbenschwanz (Papilio machaon), Halde Hoheward, 20.06.2025
Schwalbenschwanz (Papilio machaon), Halde Zollverein 4/11, 04.06.2023
Zwei fliegende Schwalbenschwänze (Papilio machaon), Mottbruchhalde, 05.08.2023
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