Blauflügelige Sandschrecke (Sphingonotus caerulans), Halde Rheinelbe, 15.08.2015

Blauflügelige Sandschrecke (Sphingonotus caerulans)

Sie ist klein, lebt auf dem Boden und ist aufgrund ihrer schmucklosen Färbung oft nur schwer zu sehen. Solange sie sich nicht bewegt, verschmilzt sie farblich meist mit ihrer Umgebung. Wenn sie sich gestört fühlt, fliegt sie auf und zeigt ihre namensgebenden blauen Flügel. Weil sie aber eine eine Doppelgängerin hat, die im selben Lebensraum vorkommt, ist bei der Bestimmung genaues Hinsehen gefragt.

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Systematik

⇒ Klasse: Insekten (Insecta)
⇒ Ordnung: Heuschrecken (Orthoptera)
⇒ Familie: Feldheuschrecken (Acrididae)

Infos über die Art

⇒ Gehört zu den Kurzfühlerschrecken (Caelifera)
⇒ Männchen 17–19 mm, Weibchen 20–33 mm
⇒ Grundfärbung variabel von hellgrau bis braun, aber auch bläulich oder rötlich
⇒ Individuell unterschiedlich starke Fleckenzeichnung
⇒ Flügel blau, nach außen hin transparent
⇒ Mittelkiel des Halsschildes nur minimal ausgeprägt
⇒ Hinterschenkel recht kurz
⇒ Ernährt sich hauptsächlich von Süßgräsern, krautigen Pflanzen und Moosen
⇒ Nymphen meist ab Juni, erwachsene Individuen (Imagines) von Juli bis Oktober
⇒ Überwinterung als Ei
⇒ Rote Liste NRW: 2 (stark gefährdet)
⇒ Artporträt bei NABU|naturgucker (Bilder/Videos und Beobachtungsdaten)

Wissenswertes

Die Blauflügelige Sandschrecke hält sich meist am Boden auf, wo sie langsam umherläuft. Abhängig davon, wo sie aufwachsen, sind die einzelnen Individuen gefärbt. Das sorgt für maximale Tarnung.

Wenn sich die Blauflügelige Sandschrecke bedroht oder gestört fühlt, nutzt sie ihre Flügel, um sich in Sicherheit zu bringen. Meist landet sie jedoch nach wenigen Metern wieder. Ihre zarten Flügel können sie bei Bedarf aber deutlich weiter tragen – sie ist eine vergleichsweise gute Fliegerin.

Ihr Gesang ist recht leise. Bisher sind Fachleuten drei verschiedene typische Lautäußerungen bekannt: Der Rivalengesang wird gegenüber männlichen Artgenossen angestimmt, während sich der Werbegesang an die Weibchen richtet. Ein weiterer Rivalengesang richtet sich an die Männchen der oft im selben Lebensraum vorkommenden Blauflügeligen Ödlandschrecke (Oedipoda caerulescens). Beispiele für alle drei Gesänge lassen sich hier anhören.

Die Weibchen legen ihre Eier entweder auf oder in den zumeist offenen Boden.

Lebensraum

Als wärme- und trockenheitsliebende Art bewohnt die Blauflügelige Sandschrecke Standorte mit kargem Bewuchs, die kiesig oder sandig sein sollten. Solche Bedingungen findet sie beispielsweise auf Dünen, in Steinbrüchen und auf trockenem Ödland. Im Ruhrgebiet ist sie an einigen Standorten der Industrienatur zu finden. Dort besiedelt sie bevorzugt trockene Halden, Industriebrachen und andere offene, der Sonne ausgesetzte Flächen mit niedriger und lückiger Vegetation.

Verwechslungsarten

An einigen Industrienatur-Standorten teilt sie sich ihren Lebensraum mit der sehr ähnlich aussehenden Blauflügeligen Ödlandschrecke (Oedipoda caerulescens).

Videos

Blauflügelige Sandschrecke (Sphingonotus caerulans) – gut getarnt auf Bergematerial, UNESCO-Welterbe Zollverein, 22.07.2023
Blauflügelige Sandschrecken (Sphingonotus caerulans) bei der Paarung – das Männchen ist zur Seite gekippt, Schurenbachhalde, 30.09.2022
Blauflügelige Sandschrecke (Sphingonotus caerulans) sucht Nahrung, Schurenbachhalde, 23.07.2022
Blauflügelige Sandschrecke (Sphingonotus caerulans), Nymphe, Mottbruchhalde, 25.06.2025