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Hänge-Birke (Betula pendula)
Mit ihrem schlanken, aufrechten Wuchs und ihrer hellen Rinde ist sie unverwechselbar. Als Charakterbaum der Industrienatur-Standorte bietet sie zahlreichen Insekten Nahrung und Lebensraum. Von mehreren hundert Arten ist bekannt, dass sie sich von der Hänge-Birke ernähren. Außerdem stehen mehrere Pilzarten mit ihr in enger Beziehung. Wo sie wächst, ist sie „Vitamin B” für die Artenvielfalt.
Inhalt dieser Seite
Systematik
⇒ Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
⇒ Ordnung: Buchenartige (Fagales)
⇒ Familie: Rauhblattgewächse (Boraginaceae)
Infos über die Art
⇒ Wuchshöhe zwischen 15 und 25 m, maximal 30 m
⇒ Weiße Rinde, die borkig aufgeplatzt sein kann
⇒ Weibliche und männliche Blüten am selben Baum
⇒ Im Ruhrgebiet häufig in Industriewäldern zu finden
⇒ Beobachtung ganzjährig möglich
⇒ Rote Liste NRW: * (ungefährdet)
⇒ Artporträt bei NABU|naturgucker (Bilder/Videos und Beobachtungsdaten)



Wissenswertes
Die Hänge-Birke nimmt in der Industrienatur des Ruhrgebiets eine bedeutende Stellung ein. Ehemalige Industrieflächen unterliegen, genau wie andere Flächen, einer natürlichen Abfolge von Veränderungen der Artenzusammensetzung des jeweiligen Standorts. Dies wird als Sukzession bezeichnet.
Als Pionierbaumart steht die schnellwüchsige Hänge-Birke am Anfang der Waldentwicklung. Sie ist auf Industriebrachen und Halden im Ruhrgebiet weit verbreitet. Dies verdankt sie ihrer Fähigkeit, sich auf nährstoffarmen, oft stark verdichteten und vom Menschen, also anthropogen beeinflussten Böden, schnell zu etablieren. Zudem werden ihre leichten Samen vom Wind verbreitet, so dass sie sich problemlos ausbreiten kann.
Ihr relativ lichtes Kronendach ermöglicht eine ausreichende Besonnung des Bodens. Deshalb können unter den Hänge-Birken etliche andere Pflanzenarten wachsen.

Lebensraum
Gegenüber dem Boden stellt die Hänge-Birke kaum Ansprüche. Oft ist sie aber auf sauren Böden zu finden. Sehr warme Standorte meidet sie meist.

Artennetzwerk – einige Beispiele
Die Hänge-Birke dient als Lebensgrundlage für eine Vielzahl von Tier- und Pilzarten, die direkt oder indirekt von ihr abhängig sind. Zahlreiche Insektenarten sind eng an sie gebunden, darunter verschiedene Käferarten, deren Larven genauso wie bestimmte Schmetterlingsraupen die Blätter als Nahrung nutzen. Auch viele Vogelarten finden die Birke attraktiv: Sie bietet Nahrung in Form von Insekten und Samen, und im lockeren Kronendach finden sich geeignete Nistplätze.
Verschiedene Pilzarten gehen eine Symbiose mit der Hänge-Birke ein (Mykorrhiza) ein, indem sie die Wurzeln des Baumes mit ihren feinen Pilzfäden umgeben. Sie helfen dem Baum bei der Aufnahme von Nährstoffen und erhalten im Gegenzug Kohlenhydrate. Andere Pilze leben auf dem Totholz der Birke und tragen so zum Abbau der organischen Substanz bei.
Mit folgende Arten ist die Hänge-Birke vernetzt. Einige von ihnen sind mit Artporträts auf dieser Website vertreten.
Schmetterlinge
⇒ Argyresthia retinella
⇒ Birken-Jungfernkind (Archiearis parthenias)
⇒ Birkenwickler (Epinotia bilunana)
⇒ Gemeine Birken-Faltenminiermotte (Phyllonorycter ulmifoliella)
Blattwespen
⇒ Arge dimidiata
⇒ Birken-Blattwespe (Croesus latitarsus)
Weitere Insekten
⇒ Birkenminierfliege (Agromyza alnibetulae)
⇒ Birkenparenchym-Gallmücke (Anisostephus betulinus)
⇒ Birkenwanze (Kleidocerys resedae)
⇒ Euceraphis betulae (eine Blattlausart)
⇒ Gemeine Birken-Maskenzikade (Oncopsis flavicollis)
⇒ Gestreifte Birkenblattlaus (Callipterinella tuberculata)
Pilze
⇒ Birkenporling (Fomitopsis betulina)
⇒ Fliegenpilz (Amanita muscaria)
⇒ Marssonina betulae
⇒ Schiefer Schillerporling (Inonotus obliquus)














