Mauereidechse (Podarcis muralis), Halde Hympendahl, 10.10.2023

Amphibien und Reptilien

Sowohl Amphibien als auch Reptilien sind Wirbeltiere. Das heißt, dass sie eine Wirbelsäule und zwei Paar Gliedmaßen besitzen. Vertreter dieser beiden Tiergruppen haben eine wichtige Gemeinsamkeit: Sie sind wechselwarm. Somit hängt ihre Körpertemperatur von der Umgebungstemperatur ab.

Zu den Amphibien (Lurchen) gehören Frösche, Kröten, Molche und Salamander. Sie führen ein „doppellebiges“ Dasein. Als Larven leben sie im Wasser und atmen mithilfe ihrer Kiemen. Während sie wachsen, verändert sich ihr anfangs noch beinloser Körper – sie durchlaufen eine Metamorphose. Dabei entwickeln sie Lungen und Gliedmaßen. Ihre Haut ist dünn und sie tragen keine Schuppen. In Deutschland kommen derzeit 21 Amphibienarten vor, von denen einige im Ruhrgebiet vorkommen. Wissenschaftlich werden die Amphibien als Amphibia bezeichnet.

Reptilien (Kriechtiere), zu denen beispielsweise Echsen, Schlangen und Schildkröten gehören, leben größtenteils an Land und sind an diese Lebensweise gut angepasst. Sie haben eine mit Schuppen oder Platten (wie bei Schildkröten) bedeckte Haut. Ihre Eier legen sie an Land und nicht ins Wasser. Einige Reptilien sind lebendgebärend (vivipar), das gilt beispielsweise für die Waldeidechse. Junge Reptilien durchlaufen keine Larvenstadien und somit auch keine Metamorphose. In Deutschland leben nach derzeitigem Kenntnisstand 15 Reptilienarten, von denen mehrere hierzulande nicht ursprünglich vorkamen. Einige Reptilienarten lassen sich im Ruhrgebiet beobachten, und das nicht nur an Industrienatur-Standorten. Der wissenschaftliche Name der Reptilien lautet Reptilia.

Auf den Industriebrachen und Halden des Ruhrgebiets kommen aus der Gruppe der Amphibien und Reptilien einerseits Generalisten vor, die verschiedene Lebensräume bewohnen können. Ein Beispiel hierfür ist die Erdkröte (Bufo bufo). Andererseits gibt es dort Spezialisten wie die Kreuzkröte (Epidalea calamita), die als Pionierart gilt und in der Industrienatur einen besonderen Stellenwert hat. In Bergsenkungsgebieten leben weitere Arten, die auf den Industriebrachen und Halden größtenteils fehlen, darunter die Ringelnatter (Natrix natrix) und die Waldeidechse (Zootoca vivipara).

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