Birkenporling (Fomitopsis betulina), NSG Im Fort, 20.08.2017

Birkenporling (Fomitopsis betulina)

Wenn Hänge-Birken schwächeln, ist er oft zur Stelle. Denn neben dem Totholz dieser Bäume besiedelt er auch noch stehende, aber bereits absterbende Exemplare. Auf den Halden und Industriebrachen des Ruhrgebiets ist er ein häufiger und leicht zu erkennender Pilz.

Systematik

⇒ Klasse: Ständerpilze (Agaricomycetes)
⇒ Ordnung: Stielporlingsartige (Polyporales)
⇒ Familie: Baumschwammverwandte (Fomitopsidaceae)

Infos über die Art

⇒ Bildet hauptsächlich zwischen Juli und November Fruchtkörper
⇒ Fruchtkörper werden rund ein Jahr alt
⇒ Junge Fruchtkörper knollig, ältere nieren- bis hufeisenförmig
⇒ Ist ein Schwächeparasit der befallenen Birken
⇒ Im Ruhrgebiet häufig in Industriewäldern zu finden
⇒ Beobachtung ganzjährig möglich
⇒ Rote Liste Deutschland: * (ungefährdet)
⇒ Artporträt bei NABU|naturgucker (Bilder/Videos und Beobachtungsdaten)

Wissenswertes

Ein auffälliger Baumpilz, der ausschließlich an Birken (Betula sp.) vorkommt, ist der Birkenporling. Er bildet seine einjährigen, konsolenförmigen Fruchtkörper zumeist am Stamm. Große Exemplare können einen Durchmesser von bis zu 30 cm erreichen. Junge Fruchtkörper sind weißlich bis cremefarben und essbar. Später werden sie bräunlich und bitter, weshalb sie sich dann nicht mehr als Speisepilze eignen. Sie sind gut an ihrer glatten Oberfläche zu erkennen. Auf der Unterseite sind die Fruchtkörper feinporig und heller als auf der Oberseite.

Früher wurden Birkenporlinge aufgrund ihrer antibiotischen Wirkung als Heilpilze eingesetzt. Der berühmte Ötzi, dessen Mumie 1991 in den Ötztaler Alpen gefunden wurde, hatte getrocknete Stücke von Birkenporlingen bei sich.

Weil die Hänge-Birke (Betula pendula) eine charakteristische und häufige Art der Industrienatur des Ruhrgebiets ist, lässt sich der Birkenporling in dieser Region an vielen Stellen antreffen. Verschiedene Insekten- und Milbenarten nutzen den Birkenporling als Nahrung. Zumeist sind es ihre Larven, die sich durch die Fruchtkörper fressen.

Vor allem junge Exemplare des Birkenporlings können mit dem ebenfalls auf der Hänge-Birke vorkommenden Zunderschwamm (Fomes fomentarius) verwechselt werden.

Lebensraum

Der Birkenporling kann grundsätzlich überall dort vorkommen, wo es Birken (Betula sp.) gibt. Im Ruhrgebiet ist er vor allem in Industriewäldern, auf Halden und Industriebrachen zu finden. Allerdings sollten diese Wälder ein gewisses Alter erreicht haben, da sehr junge und kräftige Birken nur selten vom Birkenporling besiedelt werden. Er ist meist dort anzutreffen, wo es geschwächte oder ältere Birken oder gar Totholz gibt.

Verwechslungsarten

Neben dem Birkenporling kommen mehrere weitere Pilzarten an Birken (Betula sp.) vor. Die meisten von ihnen unterscheiden sich deutlich von ihm. Mit dem Zunderschwamm (Fomes fomentarius) kann er jedoch verwechselt werden. Vor allem junge Fruchtkörper der beiden Arten sind mitunter schwierig zu unterscheiden. Ältere Fruchtkörper des Zunderschwamms sind an ihrer krustigen Oberseite erkennbar, wohingegen der Birkenporling eine glatte Oberfläche hat. Außerdem hat der Zunderschwamm oft Ringzonen, die nicht alle gleich gefärbt sind. Gelegentlich wachsen Zunderschwamm und Birkenporling gemeinsam an derselben Birke.

Artennetzwerk – einige Beispiele

Mit folgende Arten ist der Birkenporling vernetzt. Einige von ihnen sind mit Artporträts auf dieser Website vertreten.

Pflanzen

⇒ Hänge-Birke (Betula pendula)
⇒ Moor-Birke (Betula pubescens)
⇒ Hybriden der Hänge- und Moorbirke (Betula pendula x pubescens)

Tiere

⇒ Insektenlarven: ernähren sich vom Birkenporling, unter ihnen die Larven des Gelbbindigen Schwarzkäfers (Diaperis boleti)

Pilze

⇒ Birkenporling-Kissenpustelpilz (Trichoderma pulvinatum): er wächst nur auf (alten) Birkenporlingen
⇒ Schimmelpilze: besiedeln oft sehr alte Fruchtkörper des Birkenporlings

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