Schmalblättriger Klebalant (Dittrichia graveolens), UNESCO-Welterbe Zollverein, 28.09.2024

Schmalblättriger Klebalant (Dittrichia graveolens)

Sein intensiver, würzig-herber Geruch und seine schmalen, klebrigen Blätter machen ihn unverwechselbar. Der ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammende Schmalblättrige Klebalant hat sich in den vergangenen Jahrzehnten im Ruhrgebiet etabliert. Besonders auf Industriebrachen und Halden gehört er inzwischen zu den auffälligsten Vertretern der Industrienatur.

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Systematik

⇒ Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
⇒ Ordnung: Asternartige (Asterales)
⇒ Familie: Korbblütler (Asteraceae)

Infos über die Art

⇒ Einjährige krautige Pflanze
⇒ Wuchshöhe meist 20–60 cm, selten höher
⇒ Schmale, längliche Blätter, dicht behaart und stark klebrig
⇒ Starker aromatischer Geruch, besonders bei Berührung
⇒ Gelbe Blütenköpfe, meist zahlreich
⇒ Blütezeit in der Regel von August bis Oktober
⇒ Rote Liste NRW: nicht bewertet
⇒ Artporträt bei NABU|naturgucker (Bilder/Videos und Beobachtungsdaten)

Wissenswertes

Als wärmeliebende Art profitiert der Schmalblättrige Klebalant von sonnigen, trockenen Standorten sowie von den steigenden Temperaturen der letzten Jahrzehnte. Seine Samen werden leicht durch den Wind, Tiere und menschliche Aktivitäten verbreitet. Dadurch kann er neue Flächen rasch besiedeln, insbesondere dort, wo der Boden offen oder nur spärlich bewachsen ist.

Er kann sich dank einer Besonderheit an Standorten, die für viele andere Pflanzen zu schwierig sind, gut etablieren: Seine klebrigen Blätter sind mit Drüsenhaaren besetzt, die ätherische Öle absondern. Diese verleihen der Pflanze nicht nur ihren markanten Geruch, sondern schützen sie effektiv vor starker Verdunstung und davor, angefressen zu werden.

Dennoch ist die Pflanze für zahlreiche Insekten von großer Bedeutung. Seine Blüten liefern im Spätsommer und Herbst Pollen und Nektar, wenn viele andere Pflanzen bereits verblüht sind. Vor allem Fliegen, Wildbienen und Schwebfliegen lassen sich regelmäßig an den gelben Blütenständen beobachten.

Lebensraum

Der Schmalblättrige Klebalant stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum. Er wächst dort vor allem an trockenen, sonnigen Standorten mit stark schwankenden Wasserverhältnissen. Typische Lebensräume sind offene Flächen wie Wegränder, Flussufer, die im Sommer austrocknen, steinige Böden, Küstenbereiche sowie zeitweise gestörte Standorte in der Kulturlandschaft. Im Ruhrgebiet kommt er vor allem an Industrienatur-Standorten wie Industriebrachen, Halden und Bahnanlagen vor. Dort findet er die trockenen, nährstoffarmen Böden, die er benötigt. Er meidet geschlossene Vegetation und braucht offene, sonnige Flächen, auf denen er sich als Pionierpflanze ansiedeln kann.

Dank seiner Anpassungsfähigkeit und Vorliebe für vom Menschen geprägte Lebensräume hat sich der Schmalblättrige Klebalant in vielen Industrie- und Verkehrslandschaften etabliert und ist damit zu einem charakteristischen Vertreter der modernen Flora des Ruhrgebiets geworden.

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