
Weinhähnchen (Oecanthus pellucens)
In lauen Sommernächten ist im Ruhrgebiet an manchen Orten der zirpende Gesang des Weinhähnchens zu hören. Er verleiht der Region eine fast schon südländische Atmosphäre. Tagsüber sind diese eher unscheinbaren Grillen dagegen kaum zu entdecken. Umso mehr lohnt es sich deshalb, mit Einbruch der Abenddämmerung im Spätsommer an Standorten der Industrienatur genauer hinzuhören und die wohlklingenden Lautäußerungen des Weinhähnchens vielleicht einmal selbst zu erleben.
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Systematik
⇒ Klasse: Insekten (Insecta)
⇒ Ordnung: Heuschrecken (Orthoptera)
⇒ Familie: Grillen (Gryllidae)
Infos über die Art
⇒ Gehört zu den Langfühlerschrecken (Ensifera)
⇒ Männchen 10–13 mm, Weibchen 11–14 mm, Legeröhre 6–8 mm
⇒ Unauffällig ockerfarben bis strohgelb gefärbt
⇒ Vorderflügel transparent
⇒ Weibchen sind an ihrer kurzen, leicht gebogenen Legeröhre (Ovipositor) zu erkennen
⇒ Ernährt sich von weichen Pflanzenteilen wie Blütenblättern, aber auch gelegentlich von kleinen Tieren, darunter Blattläuse
⇒ Nymphen ab Ende Mai, erwachsene Individuen (Imagines) von Juni bis Oktober
⇒ Überwinterung als Ei
⇒ Rote Liste NRW: * (ungefährdet)
⇒ Artporträt bei NABU|naturgucker (Bilder/Videos und Beobachtungsdaten)
Wissenswertes
Das Weinhähnchen mag es warm. Es kommt hauptsächlich im Mittelmeerraum vor, in Deutschland lebt es vor allem in wärmebegünstigten Gegenden entlang des Rheingrabens. Da es oft in Weinbaugebieten anzutreffen ist, gilt es als Charakterart dieser Landschaften, was sich auch in seinem Namen widerspiegelt. Sein weiterer Name „Blütengrille” rührt daher, dass es gerne weiche Blütenteile frisst.

Ihren Gesang tragen die Männchen nachts vor, und das am liebsten in warmen Sommernächten. Gelegentlich singen sie an bedeckten und kühleren Tagen auch tagsüber ein wenig. Unter guten Bedingungen sind die singenden Männchen bis zu 300 Meter weit zu hören. Wie diese Heuschrecken klingen, ist hier zu hören.
Mithilfe ihres Legebohrers platzieren die Weibchen ihre Eier in Pflanzenstängeln. Deshalb ist es für Weinhähnchen wichtig, dass die Stängel über den Winter stehen bleiben können und nicht abgemäht werden.
Seit einigen Jahren scheinen die Bestände des Weinhähnchens auf einigen Industriebrachen und Halden im westlichen Ruhrgebiet zurückzugehen.






Lebensraum
Im Ruhrgebiet findet das Weinhähnchen auf einigen Halden die sonnigen und oft nach Süden oder Südwesten ausgerichteten Hänge, die es besonders zu schätzen weiß. Ideal ist es, wenn dort Hochstauden oder kleine Gebüsche wachsen. Auf Industriebrachen bevorzugt es dieselben Vegetationsbedingungen. Auf Industriebrachen bevorzugt es dieselben Vegetationsbedingungen. Viele der typischen Pflanzen dieser Standorte dienen ihm tagsüber als Verstecke und gleichzeitig als Nahrung, darunter Königskerzen (Verbascum spp.) und Weidenröschen (Epilobium spp.).


