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Heidelerche (Lullula arborea)
Mit ihrem braun-grauen Gefieder, dem markanten hellen Überaugenstreif und ihrem melodischen, flötenden Gesang wirkt die Heidelerche zugleich unscheinbar und sehr charakteristisch. Oft bleibt sie zunächst unbemerkt, bis ihr Gesang die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Als Bodenbrüter ist sie eng an offene, strukturreiche Landschaften gebunden und reagiert sensibel auf Veränderungen ihres Lebensraums.
Inhalt dieser Seite
Systematik
⇒ Klasse: Vögel (Aves)
⇒ Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
⇒ Familie: Lerchen (Alaudidae)
Infos über die Art
⇒ Körperlänge etwa 13,5–15 cm
⇒ Körperbau wirkt kompakt, Schwanz recht kurz
⇒ Unauffällig braun-grau gemustertes Gefieder
⇒ Deutlicher, heller Überaugenstreif
⇒ Beide Geschlechter gleich gefärbt
⇒ Gesang melodisch und weich
⇒ Ernährt sich von Insekten, Spinnen und Samen
⇒ Beobachtung ganzjährig möglich, doch im Winter sehr viel seltener
⇒ Brütet von Mitte März bis Juli, manchmal August
⇒ Rote Liste NRW: V (Vorwarnliste)
⇒ Artporträt bei NABU|naturgucker (Bilder/Videos und Beobachtungsdaten)
Wissenswertes
Durch ihren Gesang unterscheidet sich die Heidelerche deutlich von anderen Lerchenarten. Dieser klingt weniger schmetternd als der der Feldlerche und besteht aus fließenden, oft melancholisch wirkenden Tonfolgen. Besonders in den frühen Morgenstunden ist er über weite Entfernungen zu hören. Hier geht es zu einem Klangbeispiel.
Ihre Brut findet direkt am Boden statt. In der Regel sind die Nester gut zwischen niedriger Vegetation oder an kleinen Grasbüscheln versteckt. Dadurch sind Heidelerchen besonders anfällig für Störungen. Schon das wiederholte Betreten möglicher Brutplätze kann dazu führen, dass die Vögel ihre Nester aufgeben.
Anders als viele andere Vogelarten profitiert die Heidelerche an manchen Orten von Offenlandstrukturen, die durch menschliche Nutzung entstanden sind. Voraussetzung ist, dass diese weitgehend störungsarm bleiben und nicht intensiv bewirtschaftet werden.
Übrigens heißt es nicht Heidelärche, denn Lärchen sind eine Pflanzengattung mit dem wissenschaftlichen Namen Larix.



Lebensraum
Ursprünglich lebte der Hausrotschwanz im Gebirge und brütete dort in Felsnischen. Vor etwa 250 Jahren breitete er sich ins Flachland aus und eroberte Siedlungen als neuen Lebensraum. Gebäude mit ihren Spalten sind seither wichtige Brutplätze für ihn. Als Teil der Stadtnatur hat er wie viele andere Arten vom Wandel des Ruhrgebiets vom Industriestandort zur grünen Region profitiert. Heute besiedelt er in großer Zahl viele Industriebrachen. Auf dem Gelände des UNESCO-Welterbes Zollverein leben beispielsweise die meisten Hausrotschwänze auf Essener Stadtgebiet.
Industriebrachen sind für ihn ideale „Ersatzgebirge“: Dort gibt es offene Flächen mit niedriger Vegetation, auf denen er nach Insekten und anderen kleinen Tieren wie Spinnen jagen kann. Gebäudereste und andere Relikte der Montanindustrie bieten mit ihren Nischen und Hohlräumen beste Möglichkeiten für den Nestbau. Gleichzeitig sind die Gebäude perfekte Singwarten für die männlichen Hausrotschwänze.
Für den Hausrotschwanz ist es wichtig, dass die Industriebrachen nicht zu sehr verbuschen, da er Wälder meidet. Deshalb ist es für ihn optimal, dass viele Industriebrachen im Ruhrgebiet gepflegt werden, weil sie als Industriedenkmäler erhalten bleiben sollen. Durch diese Pflegemaßnahmen bleiben offene Flächen erhalten, die der Hausrotschwanz zur Nahrungssuche benötigt.
Verwechslungsarten
Besonders leicht lässt sich die Heidelerche mit der Feldlerche (Alauda arvensis) verwechseln. Letztere besiedelt ebenfalls offene Landschaften und ist vielerorts deutlich häufiger. Heidelerchen sind jedoch kleiner, kompakter gebaut und wirken insgesamt gedrungener. Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal ist der auffällige helle Überaugenstreif, der sich von der Schnabelbasis bis hinter das Auge zieht und bei der Feldlerche deutlich schwächer ausgeprägt oder kaum erkennbar ist. Zudem besitzt die Heidelerche einen kürzeren Schwanz und eine insgesamt rundlichere Kopfform. Akustisch lassen sich beide Arten ebenfalls gut unterscheiden. Der Gesang der Heidelerche klingt weich, flötend und melodisch, während der Gesang der Feldlerche länger, variabler und schmetternder erscheint.
