
Tiere
Ebenso überraschend vielfältig und faszinierend wie die Pflanzenwelt präsentiert sich die Tierwelt der Industrienatur im Ruhrgebiet. Nach dem Ende der industriellen Nutzung haben sich ehemalige Produktionsstätten, Brachflächen, Halden und Bahntrassen zu neuen Lebensräumen für eine erstaunliche Artenvielfalt entwickelt. Oftmals bieten diese Flächen ungestörte Rückzugsräume und eine abwechslungsreiche Struktur, die den unterschiedlichen Ansprüchen verschiedener Tiergruppen gerecht wird.
Dort, wo die Besiedlung der Flächen durch Pflanzen noch am Anfang steht, leben anpassungsfähige Pionierarten. Dazu gehören Insekten wie verschiedene Käfer, Heuschrecken und Wildbienen, die von der lückigen Vegetation und den offenen Flächen profitieren. Diese kleinen wirbellosen Tiere ziehen wiederum Vögel an, für die sie eine wichtige Nahrungsquelle darstellen. Sofern es Gewässer gibt, leben dort einige Amphibienarten.



Mit fortschreitender Verbuschung siedeln sich eine Reihe weiterer Tierarten an. In den sich entwickelnden Hochstaudenfluren, Gebüschen und jungen Wäldern finden Vögel und Kleinsäuger ihren Lebensraum. Das Artenspektrum der Insekten erweitert sich und zahlreiche andere Wirbellose, darunter viele Spinnentiere, kommen hinzu. Auch einige Schneckenarten gehören zu den Tieren, die etliche Standorte der Industrienatur besiedeln.
Aufgrund ihrer besonderen Umgebungsbedingungen beherbergen die Industriebrachen und Halden des Ruhrgebiets eine beachtliche Anzahl hochspezialisierter Tierarten, die anderswo kaum noch geeignete Lebensräume finden.