Fossil, UNESCO-Welterbe Zollverein, 15.03.2025

Pflanzen-Fossilien

Obwohl das Ruhrgebiet in erster Linie mit seiner Industriegeschichte in Verbindung gebracht wird, ist es auch aus geologischer Sicht interessant. Verschiedene Prozesse haben im Laufe der Zeit dazu geführt, dass sich Gesteinsschichten, die früher übereinander lagen, verschoben und gefaltet haben. Dadurch ist in dieser Region eine Schicht mit Steinkohle relativ weit nach oben gelangt. Neben diesen harten und festen Sedimentgesteinen gibt es im Untergrund des Ruhrgebiets noch weitere Gesteine, die zum Teil Fossilien enthalten. Es handelt sich dabei größtenteils um versteinerte Abdrücke von Pflanzen oder ganze Pflanzenteile, die nach und nach buchstäblich zu Stein geworden sind.

Pflanzen aus der Vergangenheit

Beim Abbau der Steinkohle wurden große Mengen anderer Gesteine, zum Teil mit Fossilien durchsetzt, an die Oberfläche geholt. Da dieses Material nicht benötigt wurde, schüttete man es zu großen künstlichen Bergen auf. Die Bergehalden sind daher heute reich an Fossilien.

Diese Versteinerungen stammen überwiegend aus dem Erdzeitalter des Karbon, genauer aus dem Oberkarbon (vor etwa 320 bis 299 Millionen Jahren). Zu dieser Zeit existierte dort, wo sich heute das Ruhrgebiet befindet, ein ausgedehnter feucht-tropischer Sumpfwald. Seine Pflanzen bildeten die Grundlage für die mächtigen Steinkohleflöze. Somit sind die Fossilien Überreste dieser urzeitlichen Pflanzenwelt.

Typische Pflanzenfossilien des Oberkarbons, die sich im Ruhrgebiet auf den Bergehalden und in Bereichen, an denen Gestein offen zutage tritt, finden lassen, gehören im Wesentlichen zu den folgenden Gruppen:

Bärlappgewächse (Lepidodendrales)

Aus den Gattungen Lepidodendron, Lepidophloios, Lepidostrobus, Lepidostrobophyllum, Sigillaria (Sigillariophyllum) und Stigmaria

Cordaiten (Cordaitales)

Aus den Gattungen Cordaites und Artisia

Farne und Farnartige (verschiedene Ordnungen)

Aus den Gattungen Pecopteris (Ordnung Marattiales), Sphenopteris (Ordnung Lyginopteridales), Neuropteris (Ordnung Medullosales), Paripteris und Alloiopteris (Ordnung Zygopteridales)

Keilblattgewächse (Sphenophyllales)

Aus der Gattung Sphenophyllum

Zu den Keilblattgewächsen liegen der Autorin bislang keine Fotos vor.

Schachtelhalmartige (Equisetales)

Häufig aus den Gattungen Calamites, Annularia, Asterophyllites und Calamostachys

Fossilien sammeln

Wer im Ruhrgebiet auf Halden lose am Boden liegende Fossilien findet, darf sie mitnehmen. Weil heute nicht mehr nachvollziehbar ist, woher genau sie stammen, sind sie für die Wissenschaft nicht von Bedeutung.

In Naturschutzgebieten (einige Halden im Ruhrgebiet stehen unter Naturschutz) ist es allerdings verboten, etwas aus der Natur mitzunehmen. Ebenso ist es verboten, Fossilien aus Gesteinen zu lösen, beispielsweise aus den Aufschlüssen entlang der Ruhr.

⇒ Fossilien – Infos auf der Website über den Geopark Ruhrgebiet
⇒ Fossile Pflanzen aus dem Oberkarbon bei Albringhausen (Wetter, Ennepe-Ruhr-Kreis, Nordrhein-Westfalen) von Marcus Lubienski, aus: Veröffentlichungen des Bochumer Botanischen Vereins, Jahrbuch 2012

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